Wie die WILDEN

Kennste noch?

Die "Wilden"?

Die Ungestümen, die Unabhängigen, die nicht zu Bändigenden.

Was hat man uns nicht alles erzählt, um uns von ihnen zu trennen?!

Aus unseren Wahrnehmungen alles zu löschen, das uns daran erinnern könnte, einer von ihnen zu sein.

Naserümpfend sprach man von ihnen, und es wurden schnell die Ungepflegten, Primitiven, die nicht Zivilisierten aus ihnen. Und aus dann so uns die Zivilisierten.


Und an dieser Stelle meines Lebens möchte ich die Frage stellen,

ob ich das überhaupt noch sein will:

Zivilisiert.


Wohin ich schaue, zeigt die Zivilisation, was sie ist: Vollständige Entfernung von allem Natürlichen. Sie erhebt sich aus der Natur und über sie hinaus, in ihrer gesamten Gestalt, ihrem Verhalten, ihrer Wirkung auf alles um sich herum. Sie heuchelt und meuchelt und betört und zerstört alles was, nicht niet- und nagelfest ist. Im Rahmen ihrer inszenierten Selbsterhaltung geht sie in völliger Ignoranz auf, vergisst wo sie herkommt und sich selbst darüber hinaus. Wie dem gesamten Organismus ist jeder Zelle dieser Zivilisation völlig abhanden gekommen, worum es im Leben geht. Und in ihrer Unfähigkeit zu leben, stirbt die Zivilisation, denn das passiert, wenn man sich gegen das Leben stellt. Und es ist immer nur eine Frage der Zeit, und wie viel es an Leben kostet.

Und an genau der Stelle treffe ich mich selbst, der mich fragt, was für einen Sinn das alles überhaupt haben soll! Warum soll ich Teil eines Systems sein wollen, das nichts weiter tut, als ein paar wenigen zu dienen, die das dann aber nichtmal zu wertschätzen wissen, sondern statt dessen nicht das geringste Problem haben, diesen Müllhaufen zu errichten und ihn dann sich selbst zu überlassen.

Verwundert schauen wir uns an, ich und ich, und wissen nicht, ob wir lachen oder weinen möchten. Zumute ist uns gerade nach beidem.

Doch wir sehen in unseren Augen, wonach uns wirklich ist. Wir wollen LEBEN. Frei sein wie Vögel und der Wind, wollen spielen und lernen, wie wir einfach wieder ein glückliches Leben mit allen um uns herum führen können. Was ist nur aus uns geworden? Was machen wir hier?


Ich will wieder WILD sein!

In mir staut sich ein Schrei, der aus mir heraus will. Ein Ausdruck schierer Lebensfreude, wie ich ihn schon lange nicht mehr herausgeschrien habe. Als Kind kannte ich das noch. Bis man mir sagte, ich sei langsam zu alt für solch ein Verhalten und ich solle langsam mal seriös sein. Mich zivilisiert benehmen, BITTE! So, wie die anderen. Egal, ob ich das verstehen kann oder nicht. Man hinterfragt nicht das Verhalten anderer, sondern man kopiert, was alle tun. Hinterfragt wird nicht das Normale, sondern das Außergewöhnliche. Und zwar bitte möglichst kritisch und naserümpfend.


Ich will wieder WILD sein! So wie meine Vorfahren es gewesen sein mussten, wenn das bis heute über sie erzählt wird. Die "Barbaren", die sich einfach nicht einreihen lassen wollten. Mit ihren langen Haaren und Bärten und ihren wunderschönen wohlgeformten Weibern! Die gesungen haben und gelacht, gelebt und gefeiert, weil sie noch wussten, wie das geht!

Wir wissen jetzt schon kaum noch, wie es geht, verlieren uns allzu leicht im Exzess, und jetzt soll das feiern auch noch verboten werden! Ein Hoch auf die Zivilisation, möchte man kotzen.

Das Feiern wird verboten, das Gesellige wird verboten, einer der zivilisiertesten Begriffe unserer Zeit ist "Social Distancing". Was kommt als nächstes? Solidarischer Suizid?


In einer Welt der oberen Gesichtshälften gehe ich heute in den Rasier-Streik!

Ich höre nicht auf mich zu pflegen, aber mein Bart wird wachsen, bis wir das Leben ENDLICH wieder feiern dürfen! (Und mir drückt sich auf, dass das etwas sein wird, das WIR uns erlauben müssen, denn je mehr diese Verbote zu neuer Normalität werden, desto weniger ist zu erwarten, dass die Zivilisation es erlauben wird!)


Ich will wieder WILD sein!

Mich meiner Ahnen erinnern und des Blutes, das in mir fließt. Mir nicht von einer Zivilisation mein Erbe nehmen lassen, das ich gern irgendwann behütet meinen Kindern weitergeben würde. Ist nicht abscheulich, was wir heutzutage unter "Erbe" verstehen??

Mein Erbe ist eine tiefe Naturverbundenheit, ein EINSmitALLEM-Zustand, in dem man leben könnte, wenn man sich denn wenigstens noch riechen könnte! Wir haben so gelernt, dieses Erbe mit Parfüms zu übertünchen, es mit Betonfassaden aus unserer Sicht zu verbannen und mit einem ohrenbetäubenden Lärm zu bedecken. Wer es kennt, weiss, wie LAUT Vogelgezwitscher, Bienensummen, Grillentschirpen, Spechthämmern, Brandungstosen und dieser ganze andere Naturkrach sind. Wir schaffen es spielerisch, es zu übertönen! Und kaum jemand schafft es noch, zu lauschen. Keine Zeit. Keine Ruhe.


Und was wir heute "Nahrung" nennen, ... naja, da brauch ich hier jetzt wohl nicht mehr viel zu zu sagen.

Wann hast Du das letze Mal etwas gegessen oder getrunken, das deine Sinne betört, deine Aufmerksamkeit völlig auf sich gezogen, dich in Demut getaucht und mit DANKBARKEIT durchflutet hat? Wann hast du das letzte mal Nahrung als etwas heiliges empfunden, für das man sehr wohl mal DANKE sagen darf?


Ich will wieder WILD sein!

Diese Zivilisation ist es, die mir die Kehle zuschnürt, mir die Tränen in die Augen treibt und mich ohnmächtig werden lässt. Und genau deswegen will ich wieder WILD sein, FREI und GLÜCKLICH mit allen anderen. Weil ich es ohne diese Geißel wäre!


Und es liegt an mir, zu entscheiden, ob ich an dieser Stelle meines Lebens mich völlig dem Zivilisationswahn hingebe und einfach weitermache wie man es von mir will. O D E R

E B E N

N I C H T !


Gurus, erinnert euch.. Ihr wart mal WILDE! Voller Empathie, Liebe, Respekt und Stolz.

Und überschäumend vor Lust am Leben.

Vielleicht sollten wir dieser Seite in uns mal wieder ein wenig mehr Ausdruck verleihen, bevor sie ganz begraben ist unter dem Müll der Zivilisation.

Ich ziehe meinen Friedensfinger und LEBE WOHL!

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